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Outsourcing-Beratung: Ausschreibung, Vertrag und Transition
Ausschreibungsunterlagen für den z/OS-Betrieb zum Festpreis. Je besser die Vorarbeit, desto weniger Rückfragen der Anbieter — und desto weniger teure Überraschungen im späteren Betrieb.
Die Ausgangslage
Sie vergleichen Angebote, die auf unterschiedlichen Annahmen beruhen
Der häufigste Fehler einer Mainframe-Ausschreibung passiert, bevor sie veröffentlicht wird: Das Mengengerüst fehlt oder ist unscharf. Jeder Anbieter rechnet dann mit eigenen Annahmen — und die Angebote sind formal vergleichbar, inhaltlich aber nicht.
Was folgt, kennt jeder, der es einmal erlebt hat: Nachverhandlungen, Change Requests für Leistungen, die man im Angebot vermutet hatte, und ein Preis, der nach zwei Jahren nicht mehr der ist, den man unterschrieben hat.
Warum Konsolidierung für den Anbieter rechnet
Die Softwarepreise auf der Plattform sind degressiv gestaffelt: Die ersten Kapazitätseinheiten sind teuer, mit wachsender Menge sinkt der Preis je Einheit deutlich. Ein Dienstleister, der mehrere Kunden auf einer Maschine zusammenführt, erreicht damit Konditionen, die ein einzelner Betreiber nicht erreichen kann.
Dieser Effekt ist real und kann Outsourcing wirtschaftlich sinnvoll machen. Entscheidend ist die Frage, wie viel davon beim Kunden ankommt — und das ist eine reine Vertragsfrage.
Leistungen
Was wir übernehmen
Einzeln beauftragbar oder als durchgehende Begleitung von der ersten Analyse bis in den Regelbetrieb beim neuen Dienstleister.
Mengengerüst und Ist-Aufnahme
Gemessener Kapazitätsverbrauch, Lastprofil über den Tag, Batch-Fenster, Sysplex-Topologie, Subsystem- und Software-Landschaft. Das ist die Grundlage, auf der Anbieter überhaupt sauber kalkulieren können.
Vertrags- und Kostenanalyse
Bewertung der bestehenden Rahmenverträge einschließlich Mengen sowie der Optimierungs- und Einsparpotenziale. Häufig zeigt sich hier bereits, ob eine Auslagerung überhaupt der richtige Hebel ist.
Ausschreibungsunterlagen
Lastenheft, Leistungsschnitt, SLA-Vorgaben und Bewertungsmatrix — zum Festpreis. Auf Wunsch inklusive der Vorbereitung von Anbieterfragen und Antworten.
Angebotsprüfung
Strukturierte Bewertung der Rückläufe nach den vorher festgelegten Kriterien, Aufdecken von Annahmen und Lücken, Vorbereitung der Verhandlungsrunden.
Vertragsklauseln
Die Punkte, die später den Unterschied machen: Transparenz über den Verbrauch, Auditrechte, Regelung der Unterauftragsvergabe, Benchmarking und eine belastbare Exit-Klausel.
Transition und Betrieb
Begleitung der Übergabe und der ersten Betriebsmonate — dort entscheidet sich, ob die vereinbarten Zusagen auch gelebt werden.
Ablauf
Die Phasen einer Ausschreibung
Bedarf und Anforderungen
Was soll ausgelagert werden, was bleibt im Haus? Leistungsschnitt festlegen, Anforderungen und Ziele definieren, interne Abstimmung herbeiführen.
Markt sondieren
Welche Anbieter kommen in Frage, welche Leistungsschnitte passen zu ihren Portfolios? Ein Leistungsschnitt, den kein Anbieter so anbietet, erzeugt teure Sonderkalkulationen.
Unterlagen erstellen
Lastenheft mit Mengengerüst, Vertrags- und Rechtsrahmen, Bewertungs- und Auswahlkriterien, Zeitplan und Fristen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Was, nicht auf dem Wie.
Veröffentlichen und Fragen beantworten
Fester Zeitraum für Anbieterfragen; die Antworten gehen an alle Teilnehmer, damit Chancengleichheit gewahrt bleibt.
Angebote prüfen und bewerten
Vergleich anhand der vorab festgelegten Kriterien: Erfüllung der Anforderungen, Preis-Leistungs-Verhältnis, Erfahrung, Zukunftssicherheit. Annahmen der Anbieter werden offengelegt und gegengerechnet.
Verhandeln und abschließen
Präsentationen der engeren Auswahl, Klärung der Vertragsdetails, Preisverhandlung und abschließende Anpassungen an der angebotenen Lösung.
Transition und Regelbetrieb
Übernahme der bestehenden Installation, Übergabe, Aufbau des Berichtswesens und Kontrolle der zugesagten Leistungswerte im laufenden Betrieb.
Regulatorik
Für Finanzunternehmen ist der Vertrag seit 2025 kein freies Feld mehr
DORA gilt seit dem 17. Januar 2025 unmittelbar und schreibt für Auslagerungen konkrete Vertragsinhalte vor. Wer eine Mainframe-Ausschreibung ohne diese Punkte aufsetzt, muss später nachverhandeln.
Für alle Auslagerungsverträge
- Vollständige Leistungsbeschreibung einschließlich der Regeln zur Unterauftragsvergabe
- Angabe der Orte, an denen die Leistung erbracht und Daten verarbeitet werden, samt Meldung bei Wechsel
- Zugangs- und Rückgaberechte für Daten bei Vertragsende oder Insolvenz
- Unterstützung bei IKT-Vorfällen ohne zusätzliche Kosten
- Kündigungsrechte mit Mindestfristen; Mitwirkung gegenüber Aufsichtsbehörden
Zusätzlich bei kritischen Funktionen
- Präzise quantitative und qualitative Leistungsziele
- Umfassende Zugangs-, Inspektions- und Auditrechte — für Sie und für die Aufsicht
- Teilnahme des Dienstleisters an bedrohungsorientierten Penetrationstests
- Notfallplanung und Berichtspflichten bei wesentlichen Veränderungen
- Ausstiegsstrategie mit angemessenen Übergangszeiträumen — dokumentiert, getestet und regelmäßig überprüft
Unterauftragsvergabe
Seit dem 22. Juli 2025 gilt ergänzend ein technischer Regulierungsstandard zur Weiterverlagerung: Der Vertrag muss ausdrücklich festlegen, welche Leistungen weiterverlagert werden dürfen, wesentliche Änderungen der Subunternehmerkette sind vorab anzuzeigen, und Sie brauchen ein Widerspruchs- oder Kündigungsrecht.
Was sich 2026 verschiebt
Die 9. MaRisk-Novelle nimmt IKT-Dienstleistungen aus dem bisherigen Auslagerungsmodul heraus — sie werden künftig allein nach DORA beurteilt. Die doppelte Registerführung entfällt damit, das Anforderungsniveau bleibt. Die Novelle war zum Stand dieser Seite noch nicht final; wir prüfen den aktuellen Stand im Projekt.
Fallstricke
Wo Mainframe-Ausschreibungen regelmäßig teuer werden
- Zu viel „Wie", zu wenig „Was". Anforderungen sollten Ergebnis, Qualität und Menge beschreiben — nicht den Lösungsweg vorschreiben.
- Zu detaillierte Ist-Erhebung. Entscheidend sind kalkulationsfähige Mengenangaben, nicht die minutiöse Dokumentation jeder Komponente.
- Zu viele Anbieter. Jeder zusätzliche Teilnehmer kostet Prüfaufwand, ohne die Qualität der Auswahl zu verbessern.
- Unübliche Leistungsschnitte. Was zu keinem Anbieterportfolio passt, wird als Sonderfall kalkuliert — mit Risikoaufschlag.
- Kapazität statt Verbrauch. Der Preis sollte auf der genutzten, nicht auf der installierten Kapazität beruhen.
- Fehlende Verbrauchstransparenz. Ohne vertraglich zugesicherte Auswertungen können Sie nicht prüfen, wofür Sie zahlen.
- Weiche Exit-Klausel. Ohne definierten Rückübertragungsprozess ist der nächste Anbieterwechsel praktisch nicht verhandelbar.
- Benchmarking ohne Regel. Wer die Vergleichsprüfung nicht schon im Erstvertrag regelt, bekommt sie später nicht mehr durch.
Einordnung
Warum das Thema gerade Fahrt aufnimmt
Alle Werte stammen aus Anwenderbefragungen mit Selbstselektion und kleinen Stichproben; der Sprung von 9 auf 20 Prozent innerhalb eines Jahres ist eher ein Stichprobeneffekt als ein belegter Markttrend. Und es gibt Gegenläufiges: Andere Erhebungen melden einen deutlich gestiegenen Anteil jüngerer Fachkräfte. Die Erzählung von der aussterbenden Mainframe-Generation ist nicht unwidersprochen.
Häufige Fragen
Fragen zum Mainframe-Outsourcing
Was heißt „Ausschreibungsunterlagen zum Festpreis"?
Die Erstellung des Lastenhefts samt Mengengerüst, Leistungsschnitt, SLA-Vorgaben und Bewertungsmatrix wird zu einem vorab vereinbarten Preis erbracht — nicht nach Aufwand. Der Umfang wird im Erstgespräch festgelegt. Weitergehende Begleitung durch die Verhandlungs- und Transitionsphase wird gesondert vereinbart.
Vertreten Sie einen bestimmten Anbieter?
Nein. Wir sind weder Dienstleister für den Mainframe-Betrieb noch Lizenzhändler und erhalten keine Provisionen von Anbietern. Genau das ist der Grund, warum wir die Angebote unabhängig bewerten können.
Lohnt sich Outsourcing überhaupt für uns?
Das ist die erste Frage, nicht die letzte. Sie lässt sich beantworten, wenn der eigene Verbrauch und die eigenen Kosten sauber gemessen sind. Manchmal ergibt die Rechnung, dass eine gezielte Optimierung im eigenen Haus mehr bringt als eine Auslagerung — auch das ist ein Ergebnis, und wir sagen es Ihnen.
Wir haben bereits ausgelagert. Können Sie trotzdem helfen?
Ja, und häufig ist das der lohnendere Fall. Typische Ansatzpunkte: Prüfung der abgerechneten Mengen gegen den tatsächlichen Verbrauch, Vorbereitung eines Benchmarkings, Nachschärfen von Transparenz- und Exit-Klauseln bei Vertragsverlängerung oder die Vorbereitung eines Anbieterwechsels.
Wie hängt das mit Ihrer Performance-Analyse zusammen?
Sehr direkt. Das Mengengerüst einer Ausschreibung ist genau das Ergebnis, das unsere Performance- und Kostenanalyse ohnehin liefert. Wer beides zusammen beauftragt, zahlt die Datenaufbereitung nur einmal — und geht mit belegten Zahlen statt mit Schätzungen in die Verhandlung.
Bevor Sie ausschreiben — messen.
Wir schauen uns Ihre Ausgangslage an und sagen Ihnen, welche Unterlagen Sie brauchen und was davon schon vorliegt.